Die Schlacht bei den Thermopylen wurde 480 v. Chr. zwischen den Persern unter Xerxes I. und einer Allianz griechischer Stadtstaaten unter der Führung von Leonidas I. (König von Sparta) ausgetragen.
Die Verteidigung des Engpasses dauerte 3 Tage und war eine der bedeutendsten Schlachten während der zweiten persischen Invasion (480 – 479 v.Chr.).

Die Thermopylen sind ein Engpass im Kallidromosgebirge in Mittelgriechenland, von hohem strategischen Wert, da sie den einzigen Weg von der Küste nach Mittelgriechenland darstellten. Herodot berichtet in seinen Historien (VII,176), dass der Durchgang ein halbes Plethron (ca. 15 m) breit war und an den beiden engsten Stellen (Alpenoi und Anthele), Platz für nur einen Wagen hatte. Heute ist der Durchgang durch Verlandung mehrere Kilometer breit.

Verlauf

Die Athener und Spartaner hatten ein zahlenmäßig weit unterlegenes Herr von etwa 7.000 Mann - das persisches Heer zählte etwa 120.000 Mann (das bis dahin größte Heer der Geschichte). Eine offene Feldschlacht stand nicht zur Diskussion; um jedoch den raschen Vormarsch auf Athen zu verwehren, wurden am Thermopylenpaß ein kleines Heer der Spartaner stationiert. Nach Herodot wichen die Spartaner tagelang nicht von ihrer Stellung und fügten den Persern hohe Verluste zu.

Nach dem zweiten Tag verriet ein Einheimischer namens Ephialtes den Persern die Existenz eines Pfades, der hinter die griechischen Linien führte. Daraufhin entließ Leonidas, der sich bewusst war, dass seine Streitkräfte von den Persern flankiert wurden, den Großteil der griechischen Armee und blieb mit 300 Spartanern und 700 Thespiern zurück, um ihren Rückzug zu sichern. Es wird berichtet, dass auch andere blieben, darunter bis zu 900 Heloten und 400 Thebaner. Mit Ausnahme der Thebaner, von denen sich die meisten angeblich ergaben, kämpften die Griechen bis zum Tod gegen die Perser.
Diese, nicht kriegsentscheidende Niederlage, begründete den späteren Ruhm Spartas.

Leonidas I. an den Thermopylen

Leonidas I. an den Thermopylen (idealisierende Darstellung, Jacques-Louis David, 1814)


Die heutige Geschichtsforschung geht davon aus, dass Ephialtes als historische Persönlichkeit nicht existiert hat. Er diente der zeitgenössischen griechischen Geschichtsschreibung dazu, einen taktischen Fehler von Leonidas zu verschleiern. Dieser hatte den Pass, über den die Perser den Griechen in den Rücken fielen, zwar gekannt, aber nur schwach durch 1000 Mann Hilfstruppen sichern lassen und dadurch die Umfassung der griechischen Kräfte erst möglich gemacht.

Folgen

Xerxes I. konnte nun ungehindert nach Athen marschieren, das aber von dem umsichtigen Themistokles zwischenzeitlich evakuiert worden war. Mit den siegreichen Schlachten bei Salamis und Plataea konnten die griechischen Staaten ihre Unabhängigkeit gegen das mächtige persische Weltreich erfolgreich verteidigen.

Themistokles befehligte die griechische Flotte bei Artemision, als er die Nachricht erhielt, dass die Perser den Pass bei den Thermopylen eingenommen hatten. Da die griechische Verteidigungsstrategie die Verteidigung sowohl der Thermopylen als auch von Artemision vorsah, wurde beschlossen, sich auf die Insel Salamis zurückzuziehen.

Die Perser überrannten Böotien und eroberten anschließend die evakuierte Stadt Athen. Die griechische Flotte, die einen entscheidenden Sieg über die persische Armada anstrebte, griff die Invasionsstreitkräfte in der Schlacht von Salamis Ende 480 v. Chr. an und besiegte sie.
Aus Angst, in Europa eingeschlossen zu werden, zog sich Xerxes mit einem Großteil seiner Armee nach Asien zurück, wobei er Berichten zufolge viele seiner Soldaten durch Hunger und Krankheiten verlor, während er den persischen Feldherrn Mardonius zurückließ, um den Feldzug des Achämenidenreichs gegen Griechenland fortzusetzen.

Im folgenden Jahr besiegte eine griechische Armee jedoch Mardonius und seine Truppen in der Schlacht von Plataiai entscheidend und beendete damit die zweite persische Invasion.

Denkmal

Auf einem Hügel bei den Thermopylen steht ein oft als „Grab des Leonidas“ bezeichnetes Denkmal; Leonidas wurde allerdings in Sparta begraben. Es handelt sich vielmehr um eine Siegesstele. Es trug der Überlieferung zufolge als Inschrift (Epigramm) ein Distichon, das oft fälschlich dem Simonides von Keos zugeschrieben wurde.

Der Text lautet nach Herodot folgendermaßen:

Altgriechisch: O xein', angellein Lakedaimoniois hoti tede keimetha tois keinon rhemasi peithomenoi. (Übersetzung: Fremder, melde den Lakedämoniern, dass wir hier liegen, den Worten jener gehorchend.)

Latein: Dic Hospes Spartae nos te hic vidisse iacentes, dum sanctis patriae legibus obsequimur. (wörtlich: In Sparta, Fremder, verkünde du sahst uns hier liegen; wie wir die Gesetze des heiligen Vaterlandes befolgten.)

Deutsch: Wanderer kommst du nach Sparta, so verkündige dorten, du habest uns hier liegen gesehen, wie das Gesetz es befahl. ("Der Spaziergang" (1795); Friedrich Schiller)